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Nachruf auf Annett Sombetzki
Was wir dir eigentlich alles noch sagen wollten!
Liebe Annett!
Es war im Jahr 2000, als wir dich kennen lernten. Natürlich ist man immer neugierig auf neue Menschen, nicht nur wenn man jung ist, nicht nur wenn man junge Leute kennen lernt. Über eine Freundin hast du von unserer Kinderfreizeit am Edersee erfahren und gedacht "Da mach ich mit.“ Und vom ersten Tag an hast du mit deinem fröhlichen Lachen, manche Jungs haben gesagt "albernes Gekicher“, angesteckt und selbst fröhlich gemacht. Als die Freizeit zu Ende ging, ist längst eine enge Beziehung zwischen dir, den Jugendlichen der DHG und den Kindern entstanden.
Du hast danach keine Gelegenheit ausgelassen, dich mit Gleichgesinnten in der DHG zu treffen. Dein und unser Ziel war es, möglichst gute Bedingungen für die Kinder und Jugendlichen in der DHG zu schaffen. Das ist wohl durchaus etwas besonderes, weil weder du noch jemand in deiner Familie vorher je etwas mit unserer Hämophilie oder der DHG zu tun hatten. Dass du so weit gegangen bist, und zusammen mit uns die Jugendvertretung der DHG gegründet hast und auf den ersten schwierigen Schritten geholfen hast, fanden wir alle toll.
Die Betreuer in der Kinderfreizeit kamen und gingen. Nun, auch das war immer so. Aber du bist dabei geblieben. Du bist mit uns in Indianerklamotten durch den Wald. Du bist mit dem Rad auf die höchsten hessischen Berge, und die sind für einen Mecklenburger wie dich doch schon ziemlich hoch gewesen. Den Kindern fröhlich voran, oder auch mal hinterher. (Original-Ton von dir: "Ich mache freiwillig das Schlusslicht!“) So haben dich alle Kinder kennen gelernt und von dir den Eltern erzählt.
Als dann 2004 niemand mehr übrig war für die Leitung der Kinderfreizeit, warst du immer noch dabei. "Was soll’s, dann übernehme ich das eben.“ Das war deine Einstellung zur Sache und zum Leben. Die Kinder und Eltern in der DHG waren dir dankbar. Etliche Betreuer auch, weil sie es nicht machen mussten.
Anfang Dezember 2005 wurdest du dann in Absprache mit dem Vertrauensmitglied der Region zum Jugendvertreter benannt. Selbstverständlich wolltest du das nur zusammen mit einem selbst Betroffenen machen, deine Bescheidenheit.
Schade, dass du hier nicht mehr tätig sein konntest. Du bist am 10. Dezember 2005 einfach so gestorben. Und du hinterlässt eine Lücke, obwohl oder gerade weil du immer bei uns in Erinnerung bleiben wirst.
Danke, Annett!
(Alf Kreienbring)
Deutsches Studentenwerk
Informations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung
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